Wie bin ich eigentlich auf die Idee gekommen, eine Drachen-Gestaltwandler-Romanze in Paris spielen zu lassen – mit Vampiren, Gargoylen und gerissenen Wölfen? Was hat die Fremdenlegion damit zu tun? Und was genau ist eigentlich eine Tochter des Feuers? All das und noch viel mehr erfährst du bei diesem Blick hinter die Kulissen von Töchter des Feuers: Paris.
DIE FIGUREN
Ich liebe Helden, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsen sind – und genau das trifft auf Tristan in vielerlei Hinsicht zu. Die meisten Drachen-Gestaltwandler finden ihren Seelenpartner fürs Leben. Tristans Eltern dagegen haben sich getrennt. Er wuchs mit einem abwesenden Vater und einer etwas exzentrischen Mutter auf, die ständig umzog. Zusammen mit seiner Zeit in der französischen Fremdenlegion hat das in ihm den Wunsch geweckt, endlich einen Ort zu finden, den er wirklich sein Zuhause nennen kann. Und wo könnte das besser gelingen als in Paris?
Warum ausgerechnet die Fremdenlegion? Ganz einfach: Sie ist legendär. Die Fremdenlegion gilt als eine der härtesten Elitestreitkräfte der Welt. Außerdem schreibe ich unheimlich gern über internationale Gruppen – und internationaler als die Légion étrangère geht es kaum. Ganz nebenbei hatte ich damit auch den perfekten Vorwand, meine Reihe quer durch Europa zu schicken und jedem Helden und jeder Heldin eine andere Stadt zu geben. Gar nicht so ungeschickt, oder? Und zu guter Letzt mag ich Geschichten über ehemalige Soldaten, die ihren Platz im zivilen Leben finden müssen. Diese besondere „Band-of-Brothers”-Dynamik fasziniert mich einfach.
Dass Tristan sich behaupten kann, versteht sich also von selbst. Gleichzeitig hat er als Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die ständig kämpfen musste, großen Respekt vor Frauen. Genau deshalb passt er so gut zu Natalie. Sie ist neu in Paris und hat gerade eine schmerzhafte Beziehung hinter sich, weshalb sie zunächst verletzlich wirkt. Gleichzeitig besitzt sie eine innere Stärke – auch wenn sie diese auf ihre ganz eigene, sanfte Art zeigt. Wie Tristan hat sie ein großes Herz. Im Gegensatz zu ihm versteckt sie es aber nicht. Beide scheuen sich davor, sich auf eine neue Beziehung einzulassen, und genau daraus entsteht die Spannung zwischen ihnen – obwohl die Funken längst fliegen.
Natalie ist in vielerlei Hinsicht eine ganz normale junge Frau – und genau das war meine Absicht. Ich wollte zeigen, dass selbst die gewöhnlichsten Menschen über Grenzen hinauswachsen können, die sie sich selbst oder andere ihnen gesetzt haben.
Andererseits besitzt Natalie etwas, das keiner von uns hat: königliches Drachenblut. Dadurch ist sie eine der Töchter des Feuers. Die Töchter des Feuers stammen von der legendären Drachenkönigin Liviana ab und verfügen über außergewöhnliche Kräfte. Die meisten von ihnen leben als Menschen, ohne zu ahnen, welches Erbe in ihnen schlummert – bis das Schicksal sie in ihre angestammte Stadt zurückführt. Dort setzen die Mächte des Guten wie des Bösen alles daran, die Tochter des Feuers und ihre noch verborgenen Kräfte unter ihre Kontrolle zu bringen.
Wäre es nicht unglaublich, herauszufinden, dass das ganz normale „Du” eigentlich von einer legendären Königsfamilie abstammt? Faszinierend – aber auch ziemlich gefährlich, wie Natalie schon bald feststellen muss.
Tristan und Natalie stehen zwar im Mittelpunkt von Töchter des Feuers: Paris, aber ich liebe Geschichten mit einer großen und lebendigen Figurenwelt. Deshalb gibt es auch hier jede Menge interessante Nebenfiguren. Anders als in manchen meiner früheren Reihen lernst du in jedem Band zunächst nur zwei der Hauptfiguren kennen. Dafür gibt es die Hüter von Paris – und das Schreiben ihrer Szenen hat riesigen Spaß gemacht.
Jede Gestaltwandler-Art bringt ihre ganz eigenen Eigenschaften mit. Das zeigt sich deutlich bei Hugo, dem loyalen Wolfs-Leutnant, bei Alaric, dem stolzen Drachen-Alpha, bei Morfram, dem unheimlichen Anführer der gesetzestreuen Pariser Vampire, und bei Albiorix, dem grimmigen Gargoyle. Woher die Idee mit den Gargoyles kam? Natürlich von Notre-Dame! (Dazu später mehr.)
Mir war wichtig, dass die Hüter nicht perfekt sind und dass die Grenze zwischen Gut und Böse – wie im echten Leben – manchmal verschwimmt. Im Grunde wollen sie das Richtige tun, aber ihre Entscheidungen sind oft kühl kalkuliert und manchmal sogar gnadenlos. Genau das sorgt auch innerhalb der Hüter immer wieder für Spannungen. Die arme Natalie! Stell dir vor, du fliehst vor Vampiren und landest dann ausgerechnet bei einem Haufen mürrischer alter Guardians. Zum Glück hat sie Tristan an ihrer Seite – und natürlich Hugo.
Natürlich wäre die Besetzung ohne Madame Colette (ja, ihr Name ist tatsächlich eine Anspielung auf die berühmte Schriftstellerin) und die Katze Bijou nicht komplett. Ich fand, die Geschichte brauchte unbedingt eine dieser typisch französischen Damen, die an allem etwas auszusetzen haben, dabei aber im Grunde das Herz am rechten Fleck tragen.
Bijou wiederum wurde zum Teil von der großen Beliebtheit von Keiki inspiriert – dem kleinen Kätzchen, das seinen ersten Auftritt in Der Ruf des Bären hatte und danach immer wieder in meinen Büchern auftauchte. Katzen haben einfach Persönlichkeit, oder? Und Bijou ist mindestens genauso anspruchsvoll wie Madame Colette. Der arme Tristan! Weiter unten bei meinen Lieblingsszenen erfährst du noch mehr über sie.
Ach ja – und dann wäre da noch Liam. Er ist genau der Typ Mann, in den sich praktisch jede Frau verlieben könnte, obwohl sie ganz genau weiß, dass sie das lieber nicht tun sollte. Charmant, witzig, lebenslustig und verboten sexy. Gleichzeitig trägt er einiges mit sich herum, das ihn davon abhält, jemals sesshaft zu werden. Es sei denn, genau die richtige Frau schafft es, sein wildes Herz zu zähmen. Und genau das passiert in Band 2, Töchter des Feuers: London. Mehr verrate ich aber nicht – dafür musst du das Buch schon selbst lesen!
DIE GESCHICHTE UND DER SCHAUPLATZ
Du merkst wahrscheinlich schon, dass meine Figuren ihre Geschichte fast von allein erzählt haben. Und alles, was sie mir nicht selbst ins Ohr geflüstert haben, kam vom Schauplatz der Geschichte: Paris!
Die Stadt der Lichter war für mich die naheliegende Wahl für den ersten Band einer Reihe, die in Europas faszinierendsten Metropolen spielt. Ich liebe Paris schon seit meinem ersten Besuch mit zehn Jahren – und meine letzte Reise dorthin mit meinen Kindern hat daran nichts geändert. Paris ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern voller Leben und ständig in Bewegung.
Wie ich schon erzählt habe: Eine spannende Liebesgeschichte in Paris schreibt sich fast von selbst. Natürlich musste eine Szene am Eiffelturm spielen. Also – zack! Wo könnte ein Drachenkampf spektakulärer sein? Dann wäre da noch das verruchte Pigalle, wo ich bei meinem letzten Besuch tatsächlich sechsundzwanzig Sexshops in nur wenigen Straßenzügen gezählt habe. Und schließlich mussten einfach die unheimlichen Katakomben zum Schauplatz des großen Finales zwischen Gut und Böse werden. Alles dazwischen hat sich fast wie von selbst ergeben. Ich liebe es, wenn das Schreiben so mühelos läuft!
Natalies winzige chambre de bonne basiert übrigens auf der Wohnung, die eine Freundin während ihres Auslandssemesters in Paris gemietet hatte. Damals haben wir uns tatsächlich während unserer Studienzeit zu dritt für ein paar Nächte dort hineingequetscht. Tristans Penthouse wiederum entstand aus einem Tagtraum: Eines Nachmittags stand ich im Jardin du Luxembourg – einem meiner Lieblingsparks in Paris – und schaute zu einer wunderschönen Dachwohnung hinauf. Sofort wusste ich: Genau dort würde Tristan wohnen.
Auch Alarics Villa hat ein reales Vorbild. In einer leicht zu übersehenden Seitenstraße nahe Pigalle entdeckte ich eine prachtvolle, aber etwas in die Jahre gekommene Villa, die sofort meine Fantasie beflügelte. Manchmal habe ich das Gefühl, ich könnte nach nur einem Nachmittag in Paris eine ganze Buchreihe schreiben.
Beim großen Showdown habe ich mir allerdings ein wenig kreative Freiheit genommen. Dort habe ich die geheimnisvollen Pariser Katakomben mit ihren kunstvoll aufgeschichteten Knochen mit einer ebenso unheimlichen Gruft in Rom kombiniert – komplett mit mumifizierten Leichnamen.
Vampire waren für mich als Gegenspieler praktisch gesetzt. Irgendwie verbinde ich Paris einfach mit Vampiren. Findest du nicht auch, dass all die kopfsteingepflasterten Gassen und verwinkelten Straßen wie geschaffen dafür sind, dass Vampire sich dort herumtreiben? (Keine Sorge an alle Vampir-Fans: Natürlich gibt es in Paris auch jede Menge gesetzestreue Vampire! Aber ein paar schwarze Schafe können gewaltigen Ärger anrichten – besonders, wenn sie sich mit einer allzu ehrgeizigen Drachin zusammentun.)
Und dann wären da natürlich noch die Lombardis – der skrupellose Drachenclan, der die Handlung der gesamten Reihe vorantreibt. In gewisser Weise legt Töchter des Feuers: Paris also den Grundstein für alles, was danach kommt. Das wirst du spätestens in Töchter des Feuers: London deutlich merken.
MEINE LIEBLINGSSZENE
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn ich habe gleich mehrere. Ich liebe die Szene, in der Natalie in ihrer ersten Nacht vorsichtig Tristans Wohnung erkundet und dabei Stück für Stück herausfindet, was seine Einrichtung über ihn verrät. Genauso gern mag ich das Frühstück auf der Dachterrasse, während Madame Colette unten in der Küche lautstark mit Töpfen und Pfannen hantiert.
Und natürlich gibt es die großen Szenen, die mich jedes Mal wieder nach Paris zurückversetzen: Drachen, die um den Eiffelturm kreisen, oder Feuerstöße, die durch die Tunnel der Katakomben schießen.
Aber genauso liebe ich die kleinen Momente. Zum Beispiel die Szene am Morgen, als Tristan eigentlich ausschlafen möchte und Bijou am Nachttisch so lange Lärm macht, bis endlich jemand ihr Frühstück serviert.
„Was willst du denn?“, fragte Tristan genervt.
Bijou blickte ihn selbstgefällig an, als wollte sie sagen: *Na, rate mal.*
So etwas habe ich selbst schon oft genug erlebt. Du auch?
Am Ende sind es doch gerade diese kleinen Augenblicke, die eine Geschichte lebendig machen und dafür sorgen, dass man völlig darin versinkt. Findest du nicht auch?
Aber wie gesagt – ich habe eigentlich viel zu viele Lieblingsszenen. Wie sieht es bei dir aus? Welche würdest du auswählen?
GRÖßTE ÄNDERUNG VOM ERSTEN KONZEPT ZUR FERTIGEN GESCHICHTE
Der verheerende Brand von Notre-Dame ereignete sich genau zu der Zeit, als ich den Roman fertigstellte. Deshalb habe ich kurz vor Schluss noch einige Änderungen vorgenommen, damit die Geschichte die traurige Realität widerspiegelt.
Abgesehen davon bestand die größte Veränderung darin, wie die Gegenspieler zusammenarbeiten. Lange konnte ich mich nicht entscheiden, ob der Hauptgegner ein Vampir, der Drachenclan der Lombardis oder die wunderschöne, aber ausgesprochen biestige Jacqueline sein sollte. Am Ende habe ich mich einfach für alle drei entschieden! Hoffentlich hat das dafür gesorgt, dass du bis zum Schluss mitgerätselt hast und das Ende nicht vorhersehen konntest.
Ach ja – und ich habe unglaublich lange überlegt, ob Liam ein Drachen- oder ein Löwen-Gestaltwandler werden sollte. Wie ich dieses Problem gelöst habe? Das ist eine Geschichte für ein anderes Mal … beziehungsweise für ein anderes Buch: Töchter des Feuers: London. Mehr wird aber nicht verraten!
VERBINDUNGEN ZU ANDEREN REIHEN VON ANNA LOWE
Die Töchter des Feuers-Reihe ist eng mit meinen Aloha Shifters-Reihen verknüpft. Falls du Alpharebell schon gelesen hast – oder vielleicht noch einmal lesen möchtest –, wirst du die Verbindung wahrscheinlich schon entdeckt haben.
Noch mehr erfährst du in der Kurzgeschichte Aloha nach Paris, die Teil meiner kostenlosen und exklusiven Newsletter-Bibliothek ist. Dort warten außerdem Dutzende weitere Bücher, Bonuskapitel und Extras auf dich. Falls du noch nicht dabei bist, kannst du dich jederzeit für meinen Newsletter anmelden und dir Zugriff auf die gesamte Sammlung sichern.
Das war’s auch schon! Ich hoffe, dir hat dieser kleine Blick hinter die Kulissen von Töchter des Feuers: Paris gefallen. Alles, was ich hier nicht erzählt habe, findest du vielleicht im Die Entstehung der Aloha Shifters-Reihe – oder im nächsten Blick hinter die Kulissen zu Töchter des Feuers: London. Viel Spaß beim Lesen!